Socially awkward – Du passt nicht rein? Ich auch nicht!

Socially awkward – Du passt nicht rein? Ich auch nicht!

Ich möchte heute etwas Persönliches mit Dir teilen, was nah an mir und meiner Lebenswelt liegt. Ich war am Wochenende auf einem Kongress. Und am Anfang hatte ich wieder Probleme Leute anzusprechen. Die Leute die mich kennen, würden nicht unbedingt sagen, dass ich schüchtern bin, bin ich nicht. Aber egal wie laut, wie offen wir sind, wir alle kennen diese Social Awkwardness. Wir alle wissen, wie es ist auf einer Party in der Ecke zu stehen und zu denken: “Scheiße, ich pack es nicht. Ich bin hier verkehrt. Lass es nur schnell wieder vorbeigehen! Am besten ich geh jetzt schnell!” – und wenn nur in Form des auf mein Handy Starrens, damit keiner merkt, wie unwohl ich mich gerade fühle.
 
Vorgestern habe ich gemerkt, wie es mir Mal wieder schwer viel auf Leute zuzugehen. Ich habe das Gefühl gespürt, es da sein lassen und angenommen. Habe mich beruhigt anstatt mich aufzureiben, habe mir gesagt, dass ich mit den Leuten, mit denen ich in Kontakt kommen soll, in Kontakt kommen werde. 
Habe gelächelt.
Bis zum Abend hatte ich ein paar Gespräche. Nicht viele.  
 
Dann gab es die After Show Party. Ich bin hin, hab meine Tasche abgelegt und getanzt, mit mir allein und gleichzeitig mit allen. Am Rand und doch dabei. Früher hätte ich das nie gekonnt. Ich weiß noch, wie ich auf der Hochzeit meiner Nichte in Kansas bei dem Line Dance zu Cotton Eye Joe völlig überfordert war. Alle haben getanzt, wussten wie, ich mit in dem (Teufels-)Kreis, mein Mann zusätzlich am freestylen, obwohl ich das Gefühl hatte mich an ihm orientieren zu müssen.
 
In mir wurde der Druck so groß, dass ich weinend aufs Klo rannte. Es war mir so peinlich socially awkward zu sein. Nicht tanzen zu können an einem Ort, wo es doch alle konnten!
 
Allen schien es so leicht zu fallen, nur mir nicht. Das war vor 5 Jahren.
 
Aber auf der After Show Party zu tanzen hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Auf dem Weg zu mir, zur Selbstakzeptanz und dazu die Dinge einfach so leicht zu nehmen, wie sie wirklich sind, und nicht die ganze große Geschichte drum herum aufzufahren.
 
Sah ich komisch aus so alleine? Who cares?
Hatte ich Spaß? Ja! Und ich hab mich für jeden auf dieser Tanzfläche gefreut, der auch Spaß hatte!

Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. Oh Ulrike!
    Wie gut ich das Gefühl kenne! Erst vor drei Wochen war ich bei Gedankentanken und diese ‚Kommunikationspausen‘ sind für mich immer der reinste Horror! Ich habe mich gezwungen, mein Handy nicht rauszuholen, aber in der zweiten Pause bin ich einfach im Saal geblieben.
    Also, um deine Frage zu beantworten: Ja, I feel you!!
    Liebe Grüße,
    Lisa
    http://Www.dasblaueimhimmel.de

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