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Alles, was Du zum Thema Autismus wissen musst

Gastbeitrag von Assistentin Jasmin Prior

Was ist Autismus?

Was tun? Hat mein Kind Autismus?

Autismus zählt zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Zu den Autismus-Spektrum-Störungen wird der frühkindliche Autismus, das Asperger-Syndrom und der atypische Autismus gezählt. Ungefähr 3-7 von 1000 Menschen werden mit einer Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert. 

Autismus ist keine Krankheit, sondern eine neurologisch bedingte Wesensart!

Ist Autismus sichtbar?

Nein, Autismus ist nicht sichtbar. Bei Menschen im Autismus-Spektrum ist die Sinneswahrnehmung anders als bei neurotypischen Menschen. Dies führt oft zu Einschränkungen im sozialen Umgang mit Menschen, in der Kommunikation und in sich wiederholenden und stereotypen Verhaltensweisen. Jeder Mensch mit Autismus hat somit individuelle Stärken und Schwächen.

Was sind die Diagnosekriterien für eine Autismus-Spektrum-Störung?

Laut dem Klassifikationssystem DSM-5 gibt es fünf Kriterien, die auf eine Autismus-Spektrum-Störung aufmerksam machen können:
  1. Defizite in der sozialen Kommunikation und sozialen Interaktion, die sich über mehrere Lebensbereiche erstrecken. Max kann durch seinen Autismus seine Bedürfnisse meist nicht richtig kommunizieren und nimmt sich deswegen immer das was er möchte ohne dabei auf die Bedürfnisse der anderen zu achten.
  2. Restriktive, repetitive Verhaltensweisen, Interessen und Aktivitäten. Am liebsten reiht Max ausdauernd Autos aneinander. Dies macht er jeden Tag.
  3. Die Symptome müssen in früher Kindheit vorhanden sein, können sich aber erst dann voll manifestieren, wenn die sozialen Anforderungen die beschränkten Fähigkeiten übersteigen, oder später im Leben durch erlernte Strategien versteckt sein. Max hat Probleme Kontakt zu anderen Kindern aufzunehmen. Dieses Problem bestand bereits in früher Kindheit, manifestierte sich aber erst im Grundschulalter, da das Kind dort ohne die Hilfe der Eltern zurecht kommen musste.
  4. Die Symptome führen zu klinisch bedeutsamer Beeinträchtigung im sozialen, beruflichen oder anderen aktuell wichtigen Funktionsbereichen. Max fällt es schwer Freunde zu finden, da er nicht weiß wie man auf andere Personen angemessen zugeht.
  5. Die Symptome lassen sich nicht durch intellektuelle Behinderung oder globale Entwicklungsstörung besser erklären. Eine intellektuelle Behinderung und Autismus kommen häufig zusammen vor; um komorbide Diagnosen einer Autismus-Spektrum-Störung und einer intellektuellen Behinderung zu stellen, sollte die soziale Kommunikation unter dem erwarteten Niveau für die allgemeine Entwicklungsstufe sein. Bei Max liegt keine andere Behinderung vor, die sein Verhalten erklären kann.

Wie kann Autismus diagnostiziert werden?

Die Autismus Diagnostik wird meist durch eine Psychologin oder einen Psychologen durchgeführt. Oft wird in mehreren Terminen mit dem Diagnostiker eine Verhaltensbeobachtung durchgeführt. Bei der Beobachtung wird mittels mehrerer Spiele der Fokus auf die verschiedenen Sinnesbereiche gelegt, die durch eine Autismus-Spektrum-Störung eingeschränkt sein können. Zusätzlich zur Beobachtung werden meist die Eltern befragt, damit festgestellt werden kann, wann welche Auffälligkeiten aufgetreten sind. Beim Auswerten der Beobachtung und der Fragebögen wird dann geschaut, ob das entsprechende Verhalten mit den Kriterien einer Autismus-Spektrum-Störung übereinstimmt. Ist dies der Fall, dann wird eine der drei Formen des Autismus diagnostiziert.
 

Was sind die Ursachen für Autismus?

Die Ursachen für Autismus sind bisher noch nicht bekannt. Die Forschung konnte bereits herausfinden, dass die Gene einen wesentlichen Anteil bei der Ausbildung einer Autismus-Spektrum-Störung ausmachen. Früher wurde die Erziehung oft als Grund für Autismus vermutet, was aber durch die heutige Forschung deutlich abgelehnt werden kann. Durch Studien wurde herausgefunden, dass die Gene einen größeren Einflussfaktor als die Umweltbedingung aufweisen. Jetzt könnte man natürlich vermuten, dass Autismus auf einem bestimmten Gen in der DNA liegt. Dies ist aber auch nicht der Fall: Ein bestimmtes Autismus-Gen gibt es nicht.

Ist jeder Mensch mit Autismus gleich?

Genauso unterschiedlich wie die Ursachen vermutet werden, ist jeder Autist*in auch nicht gleich. Wie oben bereits kurz erwähnt, gibt es die drei Formen frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom und atypischer Autismus, welche sich nicht klar voneinander abgrenzen lassen. Aufgrund dieser fließenden Grenze gestaltet sich eine genaue Zuordnung einer Form des Autismus meist als schwierig.
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Kann man Autismus heilen?

Die Frage muss verneint werden. Autismus ist nicht heilbar, aber therapierbar. Mithilfe von geeigneten Methoden können die Stärken und Schwächen eines autistischen Menschen identifiziert und entsprechend gefördert werden. Dabei geht es nicht darum, dass die Person mit Autismus trainiert wird, sondern, dass sie lernt mit der Diagnose umzugehen und dass durch die Stärken eine bestmögliche Förderung gewährleistet werden kann.

Tipps, wenn der Verdacht einer Autismusdiagnose besteht

  1. Rede offen über Deine Bedenken. Beobachte die Verhaltensweisen Deines Kindes und dokumentiere sie Dir. 
  2. Gehe mit Deinen Bedenken zu Deinem Hausarzt. Vereinbare einen Termin im Sozialpädiatrischen Zentrum oder bei einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und lasse einige Tests mit Deinem Kind durchführen.
  3. Ist eine Diagnose gestellt worden, dann kannst Du über Frühförderung, autismusspezifische Therapie, Ergotherapie und/oder Logopädie entscheiden. Dabei wirst Du von verschiedenen Fachkräften unterstützt und beraten.
  4. Nie aufgeben und bleib stark. Du bist eine wichtige Bezugsperson für Dein Kind.
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Ich bin Ulrikes Assistentin, Jasmin Prior.

Jasmin ist therapeutische Fachkraft für Autismus.