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Hypnotherapie nach Erickson

Gastbeitrag von Assistent Dominic

Für gewöhnlich haben wir keinen Zugang zu unserem Unterbewusstsein, aber genau dort verbirgt sich des Öfteren die Lösung für meist lang bestehende Konflikte und/oder mentale oder emotionale Probleme. Die therapeutisch eingesetzte Hypnose kann eine Tür öffnen, die für den Betroffenen besonders hilfreich sein kann, indem sie eine Verbindung zum Unterbewusstsein herstellt. Hypnotherapie kann dort ansetzen und wirken, wo Medikamente und andere klassische Behandlungsformen nicht hingelangen.

Hypnotherapie: Hokuspokus vs. Verfahren mit ungeahntem Heilungspotential

Bühnenhypnose-Shows, in denen Menschen dazu gebracht werden etwas Peinliches zu tun oder ihren Namen zu vergessen, verleihen der Hypnotherapie den ihr immer noch anhaftenden Touch des Mystischen, Irrationalen oder gar Unheimlichen. Doch an dieser Stelle muss zwischen einer laienhaft durchgeführten Hypnose zum Zwecke der Unterhaltung von Personen, und der Durchführung einer wissenschaftlich anerkannten therapeutischer Hypnose bzw. Hypnotherapie durch geschultes Personal, differenziert werden.

Hypnose wird als ein Verfahren und als der daraus resultierende Zustand veränderten Bewusstseins (Trance) beschrieben. Die Hypnotherapie nach Milton Erickson (1901-1980), stellt eine ziel-, lösungs- und ressourcenorientierte Therapiemethode dar. Ericksons Blick war stets positiv und widmete sich dem, was möglich war. Sein Glas war immer halb von, nie halb leer. Vermeintlich Negativem konnte er Positives abgewinnen, vergaß dabei jedoch auch nie den Wert des Leidens zu betonen.

In der Hypnotherapie nach Erickson werden die Ressourcen, Potenziale und Kompetenzen eines Patienten fokussiert, wohingegen Defizite und Störungen in den Hintergrund rücken. In den Augen von Erickson, ist das Repertoire an Erfahrungen eines Patienten nicht nur von schmerzhaften Erlebnissen bzgl. dessen Erkrankung geprägt, sondern beinhaltet gleichermaßen auch positive Erfahrungen und Kraftquellen, die einen wesentlichen Beitrag zur Mobilisation der Selbstheilungskräfte beitragen. Der Selbstheilungsprozess eines Patienten wird somit nicht äußerlich eingeflößt, sondern aus dem Fähigkeits- und Erfahrungsspeicher des Patienten von innen heraus aufgebaut. Patienten machen hierbei oftmals die heilsame Erfahrung, dass sie an der Lösung ihres Problems selbst mitwirken können.

Hypnotherapie nach Erickson kann demnach als Prozess verstanden werden, durch welchen der Hypnotherapeut dem Patienten hilft, dessen eigene Assoziationen, Erinnerungen und Lebenspotentiale für die Erreichung seiner therapeutischen Ziele nutzbar zu machen.

„Ich verändere niemand, ich stelle einen Rahmen her, in dem der andere sich verändern kann.“

– Milton Erickson, amerikanischer Psychiater

Was ist eine hypnotische Trance?

Für gewöhnlich, also im Normalzustand, ist unsere Aufmerksamkeit nach außen gerichtet und relativ breit gestreut. Die Trance hingegen, stellt einen veränderten Bewusstseinszustand dar, der durch eine erhöhte, nach innen gerichtete Aufmerksamkeit gekennzeichnet ist. Veranschaulichen kann man sich diesen Trancezustand mithilfe eines nach innen gerichteten Scheinwerfers, der alle dort vorhandenen Elemente beleuchtet, also die Aufmerksamkeit auf diese lenkt, und sie auf diesem Wege der Bearbeitung zugänglich macht. Die Trance ist das zentrale Element hypnotherapeutischer Arbeit. Für Außenstehende mag die hypnotische Trance ein dem Schlaf ähnelnden Zustand gleichen. Mithilfe der Hirnforschung konnte jedoch gezeigt werden, dass Personen unter Hypnose wach und aufmerksam sind. Die Trance ist vielmehr ein Zustand tiefer Entspannung, in der die unter Hypnose stehende Person ihre Aufmerksamkeit nach innen verlagert, während die Wahrnehmung der Außenwelt in den Hintergrund tritt.

Unabhängig von den verschiedenen Erklärungsansätzen zum Wirkmechanismus der Hypnose, kann davon ausgegangen werden, dass sich durch die Trance Kommunikationsprozess im Gehirn verändern, wodurch bestimmte Bereiche (rechte Hirnhälfte mit ihrem kreativen-bildhaften Denken) hoch aktiv sind, während andere Bereiche (linke Hirnhälfte mit ihrem rational-analytischen Denken) in ihrer Aktivität herunterreguliert werden. Dadurch treten unbewusste Prozesse stärker in den Vordergrund der Aufmerksamkeit und eine Steigerung der Problemlösefähigkeit sowie eine Zunahme an Kreativität wird ermöglicht. 

Verliere ich automatisch die Kontrolle bei einer Hypnose bzw. in der Hypnotherapie?

Menschen haben oftmals in Bezug auf Hypnotherapie die Besorgnis, sich in der Hypnose auszuliefern oder fremdbestimmt zu handeln. Zwar gibt es Menschen, die sich leichter in Trance versetzen lassen können als andere, doch gegen den eigenen Willen funktioniert das i.d.R. bei niemandem. Dies liefert Hinweise darauf, warum nicht jeder Mensch hypnotisierbar ist und ein gewisser Anteil refraktär, also nicht hypnotisierbar, bleibt.

In jeder Trance und jeder Therapiesitzung hat der Patient die volle Kontrolle über sich selbst und die Inhalte, die er mitteilt. Es sollte darauf vertraut werden, dass der ausgebildete Hypnotherapeut das in der Trance erworbene Wissen ausschließlich zum Wohle und zur persönlichen Weiterentwicklung des Patienten nutzt.

Prototypischer Ablauf einer Hypnosesitzung

Eine Hypnotherapiesitzung gliedert sich in mehrere Phasen.

Phase 1: Vorgespräch

Im Vorgespräch werden Ziele und Erwartungen des Patienten konkretisiert. Ferner wird mit dem Patienten das Vorgehen einer therapeutischen Hypnose besprochen und auf die häufige Angst vor Kontrollverlust wird eingegangen.

Phase 2: Einführung in den Trancezustand (Induktion)

Zunächst gilt es, eine förderliche Umgebung zu schaffen, die vom Patienten als sicher und angenehm wahrgenommen wird. Eine bequeme Position im Sitzen oder aber auch im Liegen kann dabei zuträglich sein. Um in Trance zu kommen, eignen sich verschiedene Methoden, wie z.B. die klassische Augenfixationsmethode.

Erickson führte in seinen späten Lebensjahren keine klassischen Tranceinduktionen mehr durch, sondern leitete die Trance durch verbale Stimulation ein. Der Therapeut nutzt dabei zur Induktion als auch während der Trance Metaphern, Sprachbilder, Analogien und Wortspiele, um bei dem in Trance befindlichen Patienten neue Ideen und Lösungsmöglichkeiten für seine Probleme anzuregen. Die Kontrolle darüber, welche dieser Ideen er annimmt und wie er sie nutzt, bleibt dabei vollkommen beim Patienten. D.h. der Therapeut löst in der Trance Suchprozesse aus, um abgespaltete Ressourcen über die Tranceerfahrung wieder zugänglich und damit nutzbar zu machen, gibt aber keine Lösungen fest vor.

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Phase 3: Reorientierung

Der Therapeut führt den Patienten behutsam aus der Trance zurück, indem er die Wahrnehmung des Patienten von innen nach außen lenkt (z.B. durch Herunterzählen). Die Patienten fühlen sich meist, als wären sie aus einem tiefen erholsamen Schlaf erwacht. Möglicherweise werden ein paar Minuten benötigt, um wieder voll zu sich zu kommen, verglichen mit dem Aufstehen in der Früh.

Phase 4: Nachbesprechung

Patient und Therapeut rekapitulieren und thematisieren die während der Trance geäußerten und empfundenen Erlebnisse des Patienten.

Einsatz von Hypnotherapie

Hypnose ist ein wirksames Behandlungsverfahren und als solches gehört es ausschließlich in die Hände qualifizierter und verantwortungsvoller Therapeuten. Hypnotherapie kann eigenständig oder in Kombination mit anderen Verfahren der Psychologie eingesetzt werden. Die Anreicherung von Hypnotherapie mit verhaltenstherapeutischen Methoden hat sich in der psychologischen Praxis bewährt. Dem Patienten kann damit z.B. geholfen werden, die Hintergründe für seine Probleme zu finden, sich von alten, belastenden Erfahrungen zu lösen und diese umzustrukturieren, seine Ressourcen und Fähigkeiten zu nutzen und auszubauen.

Der Einsatz von therapeutischer Hypnose ist durch sein breites Anwendungsspektrum gekennzeichnet:

Unter anderem einsetzbar zur…

  • Aktivierung und Nutzung von Ressourcen und Kompetenzen
  • Auflösung von destruktiven Glaubens- und Überzeugungsmustern 
    „Das schaffe ich nicht!“ vs. „Ich schaffe das“!
  • Lösung von Konflikten
  • Aufarbeitung traumatischer und belastender Erfahrungen
  • Nachholen/Nachleben nicht gemachter Erfahrungen

Damit eignet sich Hypnotherapie u.a. zur Behandlung von…

  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Essstörungen
  • Abhängigkeiten (Rauchen, Alkohol etc.)

Du suchst die Lösung für ein Dich begleitendes Problem?

Buche eine Einzelsitzung bei Dipl.-Psych. Ulrike Duke. Sie hilft Dir u.a. mit hypnotherapeutischen Ansätzen Deine Lösung zu finden und freier zu Leben. 

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DominicDomhan_Ändern statt Ärgern - In wenigen Schritten zum konstruktiven Umgang mit Ärger

Ich bin Ulrikes Assistent, Dominic

Zurzeit studiere ich im 4. Bachelorsemester Psychologie.