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Konflikte lösen durch gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

Gastbeitrag von Assistentin Sina

Konfliktlösung im Alltag mit Gewaltfreier Kommunikation (GFK) nach Rosenberg

Wir alle haben uns sicherlich schon einmal mit unserem Partner oder unserer Partnerin, Familie oder anderen uns nahe stehenden Personen gestritten. Konflikte entstehen oft über scheinbar belanglose Alltagsthemen wie Geschirrspülen oder die Planung des kommenden Wochenendes. Aussagen wie “Nie machst du…” oder “Immer willst du…” haben wir dabei sicherlich alle schon häufiger gehört und auch selbst geäußert. Oft schlies´ßen wir dabei von einer kleinen Sache auf das große Ganze, stempeln die Person beispielsweise als allgemein schlampig oder nachlässig ab oder fühlen uns selbst total missverstanden.
Das sorgt folglich für noch mehr Konflikte und so schaukelt sich der Streit schnell hoch.
Das muss aber nicht sein: denn durch bessere, wertschätzende Kommunikation lässt sich ein Streit oft vermeiden.

Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Rosenberg

Der Psychologe Marshall Rosenberg hat vor einigen Jahrzehnten das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (kurz GFK) entwickelt. Bei dem Prinzip der Gewaltfreien Kommunikation geht es, ganz allgemein gesagt darum, in der Kommunikation und in Konflikten mit anderen auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten und diese auch zu kommunizieren.
Oft gehen wir einen Schritt zu weit und stürzen uns in Annahmen darüber, was unser Gegenüber fühlt oder möchte, ohne hundertprozentige Sicherheit darüber zu haben, dass es auch wirklich so ist. Die andere Person fühlt sich folglich missverstanden und es kommt zum Streit.  Rosenberg empfiehlt, dass wir uns in der Kommunikation mit anderen eher auf uns selbst konzentrieren sollten, anstatt unbestätigte Annahmen über unsere Gesprächspartner/innen zu machen.
Dafür beschreibt Rosenberg vier Komponenten der GFK, die schrittweise in Konflikten aber auch im Allgemeinen für eine verständnisvollere und wertschätzendere Kommunikation mit anderen Menschen eingesetzt werden können. Das kann zunächst sehr mechanisch wirken, bei regelmässiger Anwendung automatisieren sich die Prozesse aber!
 
Welche sind nun also diese vier Komponenten?  Nehmen wir als Beispiel die Situation mit dem Geschirrspüler. Person A kommt nach Hause und sieht, dass Person B nicht wie besprochen den Geschirrspüler ausgeräumt hat. 

Gewaltfreie Kommunikation (GFK) in 4 Schritten

Gewaltfreie Kommunikation Schritt 1: Deine Beobachtungen
“Was passiert hier eigentlich gerade?”
Zuerst gilt es zu beobachten, was in der aktuellen Situation gerade vor sich geht, ohne zu beurteilen oder zu bewerten. Das kann anfänglich ganz schön schwierig sein, da wir sehr daran gewöhnt sind, unser Umfeld direkt zu interpretieren. Dabei können folgende Fragen einer Konfliktlösung helfen: “Was höre ich?”, “Was sehe ich?” “Was macht mein Gegenüber?”.
Das verbalisieren wir dann.
 
Gewaltfreie Kommunikation Schritt 2: Deine Gefühle verstehen
“Wie geht es mir damit?”
Im zweiten Schritt werden Emotionen verbalisiert, die wir beim Beobachten der Situation empfinden. Auch das erfordert Übung, denn es gilt nicht nur zwischen “gut” oder “schlecht” zu unterscheiden. Das Benennen von Emotionen ist mit viel Übung und Selbstreflexion verbunden, hat aber den positiven Effekt, dass wir uns zum einen selbst besser kennenlernen und zum anderen auch deutlich an andere Personen kommunizieren können, wie es uns geht.
Gewaltfreie Kommunikation Schritt 3: Deine Bedürfnisse erkennen
“Welche Bedürfnisse stehen hinter diesen Gefühlen?”
Im dritten Schritt wird anshcließend geäußert, warum wir uns so fühlen. Welche Bedürfnisse, Werte oder Wünsche stehen dahinter? Vielleicht ist uns Ordnung im Allgemeinen sehr wichtig, vielleicht legen wir auf Zuverlässigkeit generell sehr viel wert, usw.
 
Gewaltfreie Kommunikation Schritt 4: Dein Wunsch
“Was wünsche ich mir jetzt konkret?”
Im letzten Schritt soll abschließend ganz konkret gesagt werden, was für eine Handlung wir uns nun wünschen. So kann sich der/die Gegenüber im Klaren darüber sein, was von ihm/ihr erwartet wird und direkt darauf eingehen.
 
Bei diesen vier Schritten geht es jedoch nicht nur darum, uns selbst so auszudrücken, sondern wir können diese Schritte auch in anderen Menschen wahrnehmen. Anstatt direkt global zu interpretieren, können wir auf einzelne Komponenten hören und situationsgerecht sowie bedürfnisorientiert kommunizieren.
 
Anfangs kann diese Art in Schritten zu kommunizieren sehr mechanisch wirken. Für die Konfliktlösung ist es jedoch wichtig, sich bewusst zu machen, dass es sich bei der GFK nicht um die tatsächlichen Worte geht, die gewechselt werden, sondern um das Bewusstsein über die vier Komponenten.
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Wertschätzende Kommunikation durch Verständnis

Durch diese Art von gewaltfreier Kommunikation können wir nicht nur anderen Personen die Möglichkeit geben, uns besser zu verstehen, sondern wir können auch die Handlungen und Reaktionen anderer besser nachvollziehen. So können viele Konflikte vermieden werden oder man kann zu einer schnelleren Konfliktlösung gelangen. Außerdem bekommen wir durch die gezielte Reflexion eine stärkere Verbindung zu uns selbst.
Ich rate wirklich jedem, GFK einmal auszuprobieren. Früher oder später finden wir dann auch den für uns persönlich idealen Weg, diese vier Schritte und die allgemeine Idee in unsere eigenen Kommunikationsmuster zu implementieren.
Für mehr Informationen über das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation empfehle ich Dir folgendes Buch. Außerdem kannst Du Dich jederzeit gerne bei mir melden, wenn du Fragen hast oder ganz generell an Deiner Art zu kommunizieren arbeiten möchtest! Oder schau doch mal in die Ressourcenbibliothek – hier findest du weitere Buchempfehlungen sowie Tipps für ein leichteres Leben!
 
Rosenberg, M. B. (2016). Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens. Junfermann Verlag GmbH.
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Assistentin Sina

Ich bin Ulrikes Assistentin, Sina.