Diplom Psychologin Ulrike Duke Gesundheit_Salutogenese

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Salutogenese - mehr gesund sein, statt weniger krank sein

Gastbeitrag von Assistentin Laura

Das biomedizinische Krankheitsmodell

Lange Zeit war das biomedizinische Modell die vorherrschende Sichtweise, wenn es um Fragen zu Krankheit und Gesundheit ging.
Das biomedizinische Modell geht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Nach dieser Vorstellung sind Gesundheit und Krankheit zwei streng voneinander abgrenzbare Zustände. Du kannst Dir diese Sichtweise wie das bekannte, aber wahrscheinlich zurecht verteufelte Schubladendenken vorstellen. Jemand, der ein gewisses Merkmal oder Symptom aufweist, fällt in die Kategorie “krank”. Jemand, der keine Symptome aufweist, wird der Kategorie “gesund” zugeordnet. Man spricht hierbei auch von einer dichotomen Sichtweise.
Dichotom bedeutet, dass sich zwei Teile komplementär gegenüberstehen und keine gemeinsame Schnittmenge haben.
Danach ist Gesundheit in dieser Auffassung negativ definiert, nämlich einzig als die Abwesenheit von Krankheit.
Ein weiterer Nachteil an diesem Modell ist, dass es bei dem Versuch der Erklärung von Krankheit jegliche psychischen und sozialen Ursachen in der Entstehung dieser Krankheiten außer acht lässt und nur chemische, physikalische und biologische Ursachen, sogenannte Noxen, berücksichtigt. Außerdem unterstellt das Modell dem Menschen eine passive Rolle und vernachlässigt auch so den Aspekt möglicher Prävention.
Nach wie vor hat das Modell einen gewissen Stellenwert, jedoch größtenteils in der Medizin. Im psychologischen Bereich wird einem anderen Modell inzwischen größere Beachtung geschenkt.

Das biopsychosoziale Krankheitsmodell

Bei dem biopsychosozialen Krankeitsmodell handelt es sich um ein umfassenderes Modell, verglichen zum biomedizinischen Krankeitsmodell.
Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit inzwischen nach dieser Auffassung: “Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen”.
Wie der Name vermuten lässt, geht es hier um das Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Wirkfaktoren. Im biopsychosozialen Krankeitsmodell sind sowohl Riskofaktoren als auch Schutzfaktoren mitberücksichtigt. Außerdem spielt das Konzept der Resilienz eine ganz zentrale Rolle. Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine dichotome, sondern um eine dimensionale Auffassung. So bilden Gesundheit und Krankheit ein Kontinuum, auf dem sich jede Person verorten lässt. Es gibt also nicht “krank” und “gesund”, sondern man kann mehr oder weniger krank, genauso aber auch mehr oder weniger gesund sein. Es entfernt sich also von dem Schubladendenken und zeigt, dass es wie in vielen Bereichen nicht nur schwarz und weiß gibt.

Diathese-Stress vs. Plastizität

Passend zu diesen Vorstellungen zu Gesundheit und Krankheit entstanden auch Modelle, die eine Vorhersage für eine Wahrscheinlichkeit an einer (psychischen) Krankheit zu erkranken abbilden sollen.
Das Diathese-Stress-Modell folgt der Vorstellung des biomedizinischen Modells. Je höher die Vulnerabilität, also die Empfänglichkeit für eine bestimmte Erkrankung, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Krankheitsentstehung. Es wird also einzig und allein dieser Risikofaktor betrachtet. Im Plastizitätsmodell, das eher der Vorstellung des biopsychosozialen Modells folgt, werden zu dem Faktor der individuellen Anfälligkeit noch weitere Faktoren hinzugenommen, wie beispielsweise die Resilienz. 
Eine hohe Ausprägung von Resilienz kann die hohe Anfälligkeit sozusagen kompensieren oder sogar bei geringer Anfälligkeit zu noch mehr Gesundheit führen. Daraus wird nochmals deutlich, dass jemand nicht nur mehr krank sein kann als jemand anderes, sondern dass auch innerhalb der Gruppe “Gesunder” eine Varianz besteht.

Gesundheit und das Konzept der Resilienz

Es existiert das Phänomen, dass manche Menschen im Gegensatz zu anderen trotz gesundheitsgefährdender Einflüsse gesund bleiben beziehungsweise trotz extremster Belastungen nicht krank werden oder sich überraschend schnell und vollständig von Erkrankungen erholen. Eine Erklärung dafür, die identifiziert wurde, ist das Konzept der Resilienz. Ein Synonym, welches häufig für diesen Fachbegriff genutzt wird, ist die “(psychische) Widerstandskraft”. Resilienz ist sozusagen das Ergebnis der erfolgreichen Interaktion des Individuums mit seiner Umgebung und den Prozessen, die in der dieser stattfinden. Sie resultiert unter anderem auch aus dem Zusammenspiel verschiedener Schutzfaktoren, wie dem Selbstwert einer Person, ihrer Intelligenz und realistischer Selbsteinschätzung sowie positiven Bindungsqualitäten in der Familie, aber auch zu anderen Menschen außerhalb des familiären Kreises. Es nimmt also eine Vielzahl an Faktoren Einfluss auf die Resilienz des Individuums. Das heißt aber auch, dass die Person mit Teils schwierigen Situationen konfrontiert sein, muss um eine hohe Resilienz ausprägen zu können.
Eine Persönlichkeitseigenschaft, die in diesem Kontext auch immer wieder eine Rolle spielt, ist das Konzept Hardiness von C. Kobasa. Hierbei handelt es sich um ein direktes Persönlichkeitsmerkmal der Person, das ebenfalls in direkter Verbindung mit Gesundheit steht, indem es gleichzeitig direkt gesundheitsförderlich wirkt und auch einen der Schutzfaktoren darstellt, der die Resilienz stärkt.

Ein Modell zur Gesundheit von A. Antonovsky - Das Salutogenese-Modell

Während sich die Pathogenese mit der Entstehung von Krankheiten beschäftigt, beschäftigt sich die Salutogenese dagegen mit der Frage um die Gesundheit, konkret, wie Menschen mehr gesund und weniger krank werden.
Das Modell von Aaron Antonovsky wurde in den 1970er-Jahren entwickelt und ist bis heute eines der wichtigsten Modelle im Bereich Gesundheit.
Das Augenmerk Antonovskys lag dabei auf Persönlichkeitsmerkmalen, die einen Schutz für die Person darstellen.
In diesem Modell der Gesundheit ist es der sogenannte Kohärenzsinn, der im Mittelpunkt steht. Er ist das, was den Organismus sozusagen gegen potenziell krankmachende Einflüsse abpuffert und den Menschen gesund hält, wenn er ausreichend hoch ausgeprägt ist.

Kohärenzsinn für mehr Gesundheit

Definiert ist der Kohärenzsinn als “eine globale Orientierung, die zum Ausdruck bringt, in welchem Umfang man ein generalisiertes, überdauerndes und dynamisches Gefühl des Vertrauens besitzt, dass die eigene innere und äußere Umwelt vorhersagbar ist und dass mit großer Wahrscheinlichkeit die Dinge sich so entwickeln werden, wie man es vernünftigerweise erwarten kann”. Dieses entsteht dadurch, dass wir einen Eindruck von Geordnetheit, Überschaubarkeit und Vorhersagbarkeit im Leben haben und wird erreicht durch die Erfahrung konsistenter Lebensregeln. Außerdem müssen wir ein Gefühl der Handhabbarkeit des Lebens entwickeln, also ein optimistisches Vertrauen aus eigener Kraft oder auch mit fremder Unterstützung künftige Lebensaufgaben meistern zu können. Das wird uns erleichtert durch die Erfahrung, dass die Anforderung des Lebens und unsere Ressourcen in Balance sind. Zusätzlich gilt es, eine Bedeutsamkeit des Lebens zu entwickeln, also Freude am Leben zu haben sowie die Überzeugung zu besitzen, dass das Leben einen Sinn hat. Hilfreich dafür sind Erfahrungen beispielsweise bei der Teilhabe an sozial anerkannten Tätigkeiten.

Kohärenzsinn für mehr Gesundheit

Definiert ist der Kohärenzsinn als “eine globale Orientierung, die zum Ausdruck bringt, in welchem Umfang man ein generalisiertes, überdauerndes und dynamisches Gefühl des Vertrauens besitzt, dass die eigene innere und äußere Umwelt vorhersagbar ist und dass mit großer Wahrscheinlichkeit die Dinge sich so entwickeln werden, wie man es vernünftigerweise erwarten kann”. Dieses entsteht dadurch, dass wir einen Eindruck von Geordnetheit, Überschaubarkeit und Vorhersagbarkeit im Leben haben und wird erreicht durch die Erfahrung konsistenter Lebensregeln. Außerdem müssen wir ein Gefühl der Handhabbarkeit des Lebens entwickeln, also ein optimistisches Vertrauen aus eigener Kraft oder auch mit fremder Unterstützung künftige Lebensaufgaben meistern zu können. Das wird uns erleichtert durch die Erfahrung, dass die Anforderung des Lebens und unsere Ressourcen in Balance sind. Zusätzlich gilt es, eine Bedeutsamkeit des Lebens zu entwickeln, also Freude am Leben zu haben sowie die Überzeugung zu besitzen, dass das Leben einen Sinn hat. Hilfreich dafür sind Erfahrungen beispielsweise bei der Teilhabe an sozial anerkannten Tätigkeiten.

Was das für unsere Gesundheit bedeutet

Bei dem Konzept der Resilienz handelt es sich um etwas, dass Du tatsächlich beeinflussen kannst. Denn etwa 50 % davon lässt sich durch Training verbessern. Auch das Salutogenese-Modell verdeutlicht noch einmal die aktive Rolle des Menschen. Wir sind Krankheit nicht schutzlos ausgeliefert, sondern können einiges dafür tun und lernen uns bestmöglich zu schützen und unsere Gesundheit zu steigern. Es ist wichtig diesen Erfahrungen offen gegenüberzutreten, um das Ziel, dieses Kohärenzgefühl als Schlüsselkompetenz zu entwickeln, erreichen zu können.
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Ich bin Ulrikes Assistentin, Laura.