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Blogreihe psychische Erkrankungen: Suchterkrankung (Alkohol- und Medikamentenmissbrauch)

Gastbeitrag von Assistentin Janina

Missbrauch - Abhängigkeit - Sucht

Gemäß der WHO wird der Begriff Sucht mittlerweile ausschließlich in der Alltags-/ Umgangssprache verwendet und wurde stattdessen durch den Begriff Abhängigkeit ersetzt. Die beiden Begriffe sind also als synonym zu betrachten.

Von Missbrauch, oder auch schädlichem, riskantem Konsum spricht man, wenn der Suchtmittelkonsim die körperliche und psychische Gesundheit gefährdet. Hierbei liegt noch keine Abhängigkeit vor, wobei der Übergang meist fließend ist. Eine Abhängigkeit kann ebenso erst nach mehreren Jahren des Konsums entstehen.

Besteht eine Abhängigkeit liegt meist der komplette Fokus des betroffenen Menschen auf dem Suchtmittel, es bestimmt das Leben, alles dreht sich darum. Kernmerkmale einer Abhängigkeit sind Suchtdruck und Kontrollverlust. Die Betroffenen verspüren ein zwanghaftes Verlangen nach bestimmten Substanzen (Einnahme, Beschaffung, Wirkung) oder Verhaltensweisen, wie beispielsweise Spielen bei einer Spielsucht.

Substanzklassen

Es werden verschiedene Substanzklassen, die eine Abhängigkeit verursachen können, unterschieden. Dazu zählen die gesellschaftlich anerkannten Substanzen Koffein, Nikotin sowie Alkohol, die allerdings ebenso erhebliche Gefahren bergen.

Weitere, meist illegale oder zumindest verschreibungspflichtige Substanzen sind Cannabis, Halluzinogene, Opioide, Stimulanzien (z.B. Kokain) oder Sedativa (z.B. Schlafmittel). Nicht weniger wichtig sind sogenannte Inhalanzien, wie Haarspray oder Klebstoff, die von Betroffenen inhaliert werden.

Die genannten Substanzklassen haben allesamt Einfluss auf die Wahrnehmung, das Denken und Handeln von Menschen. Die Art der Substanz als auch die Konsumweise beeinflussen zudem wie sie wirkt und welche Schäden sie erzeugen kann. Alkohol beispielsweise ist mit am schädlichsten, gefolgt von Heroin und Crack. Am häufigsten wird Alkohol und Tabak auf der legalen Seite und Cannabis, Kokain sowie Amphetamine konsumiert.

Neuropsychologische Grundlagen

Das sogenannte Belohnungssystem in unserem Gehirn wird aktiviert, sobald wir (Vor-)Freunde empfinden bzw. bestimmte bevorstehende Dinge mit angenehmen Gefühlen verbinden. Die im Gehirn befindlichen Nervenzellen geben dann den Botenstoff Dopamin frei, welcher längerfristig antriebs- und motivationssteigernd wirkt – ähnlich zu Serotonin. Dopamin vermittelt positive Gefühle und gilt ebenso als Glückshormon.

Bei suchterzeugenden Substanzen oder Verhaltensweisen steigt das Verlangen nach diesem „Glückszustand“, der durch den Botenstoff vermittelt wird. Der Fokus liegt zunehmend auf dem Konsum und dem angestrebten Zustand, sodass andere Bereiche des Lebens nach und nach uninteressanter und vernachlässigt werden. Im Zentrum des Denkens und Handelns steht zunehmend der Substanzgebrauch.

Symptomatik einer Abhängigkeit

Am vorherigen Abschnitt wurden bereits einige Merkmale der Abhängigkeit ersichtlich: der zunehmend zentrierte Fokus auf den Konsum bzw. die Substanz und das unstillbare Verlangen danach. Das Verhalten und Denken der Betroffenen richtig sich fast ausschließlich nach der Substanz. Darüber hinaus hat der Großteil meist keinerlei Kontrolle mehr darüber, wie oft und wie viel sie konsumieren. Mit der Zeit müssen die Dosierungen erhöht werden, da eine gewisse Toleranz entwickelt wird, d.h. dass sich der Körper an den Konsum gewöhnt hat und der gewünschte Effekt demnach nur noch abgeschwächt auftritt. Negative Konsequenzen des Konsums werden dabei meist ausgeblendet und auch ein Aufhören ist nicht möglich.

Je nach Art der Substanz und Häufigkeit des Konsums entstehen auch körperliche Symptome, die Außenstehenden schnell ersichtlich sind. Dazu können unter anderem ein unhygienisches Erscheinungsbild, Gewichtsverlust, Haut- und Zahnprobleme usw. zählen. Weiterhin sinkt die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit der Betroffen und nicht selten leiden soziale Beziehungen, Arbeit und die Lebensfreude unter der Abhängigkeit, sodass Mitmenschen oft früher ein Risiko oder gar bereits bestehende Abhängigkeit erkennen, als die Betroffenen selbst. Eine eigene Krankheitseinsicht ist jedoch der erste Weg, um daran arbeiten zu können.

Substanzinduzierte psychische Störungen und Folgen

Substanzinduzierte psychische Störungen sind direkt auf den Konsum zurückzuführen. Dazu zählen unter anderem Halluzinationen, Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Wahn, psychomotorische Störungen, Angst- und affektive Störungen.

Eine Abhängigkeit kann zudem auch weitere Erkrankungen als Konsequenz nach sich ziehen, wie Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme oder Bluthochdruck. Ebenso sind negative psychosoziale Konsequenzen möglich. Nicht selten kommt es zu Kontaktabbrüchen durch Familie und Freunde, Arbeits- und Wohnungsverlust bis hin zur Obdachlosigkeit, Kriminalität oder Tod in schlimmen Verläufen.

Entstehung, Behandlung und Verlauf

Auch bei den Abhängigkeitserkrankungen spielen mehrere Faktoren eine Rolle: biologische, soziale, psychologische und die Droge selbst. Hervorzuheben ist hier die genetische Komponente, da die kulturelle Abstammung Einfluss auf die Verträglichkeit und die Reaktion hat.

Ferner ist für den Verlauf der Krankheit entscheidend, wann mit dem Konsum begonnen wurde. Je früher dieser war, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung anderweitiger psychischer Störungen. Ebenso ist das Risiko für eine Abhängigkeit durch einen falschen Umgang mit negativen Erfahrungen und Gefühlen erhöht. Sobald das seelische Gleichgewicht nicht mehr vorhanden ist oder es Menschen allgemein psychisch schlecht geht, ist ein Konsum deutlich wahrscheinlicher und damit auch die Abhängigkeit nicht unwahrscheinlich. Eine Abhängigkeitserkrankungen kann außerdem aus einer Selbstmedikation entstehen. Dabei besteht bereits eine psychische Erkrankung und die Betroffenen versuchen mittels des Konsums diese selbst zu regulieren.

In Bezug auf die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen ist das Ziel die Abstinenz. Diese ist meist nur schwer oder auch gar nicht möglich, weshalb mittlerweile oft Teil- bzw. kleinere Ziele angestrebt werden. Dazu zählt beispielsweise der Kontrollierte Konsum oder die Substitution, also die Ersatzbehandlung mittels eines anderen, zugelassenen Medikaments durch einen sogenannten Substitutionsarzt. Grundsätzlich ist die Behandlung enorm schwierig, herausfordernd und von Rückfällen geprägt. Daher ist besonders von Vorteil, wenn die Betroffenen etwas haben, für das es sich wirklich zum Durchhalten lohnt, sodass sie ihren Mut und ihre Hoffnung nicht verlieren. Eine Abstinenz wird überwiegend nicht erreicht, ohne Rückfälle zu erleiden. In der Therapie werden Ansätze der motivierenden Gesprächsführung und der Verhaltenstherapie angewendet sowie durch spezielle Medikamente unterstützt, die zur Reduktion des Verlangens oder der Entzugserscheinungen beitragen.

Prävention

Im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen ist besonders die Prävention entscheidend und wichtig, die wirklich ernst zu nehmen ist.

Es gibt außerdem viele Beratungsstellen und auch Online Angebote, wenn Du Hilfe brauchst oder Dich beraten lassen möchtest.

Und probiere doch einfach mal einen Selbsttest zu Deinem Alkoholkonsum aus! Denn auch hier birgt sich eine große Gefahr, die oftmals bagatellisiert wird.

Hast du Schwierigkeiten mit einem Konsum – egal welcher – aufzuhören? Bist Du Dir unsicher, ob du gefährdet bist? Sorgst Du Dich um eine*n Freund*in oder Angehörige*n?

Gerne kannst Du auch eine Einzelsitzung buchen, um Dich beraten zu lassen.

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Ich bin Ulrikes Assistentin, Janina