Warum mir der Jahresrückblick und ein Ausblick in das neue Jahr so wichtig sind

Warum mir der Jahresrückblick und ein Ausblick in das neue Jahr so wichtig sind

In diesem Artikel erfährst Du, wie ich meinen persönlichen Jahresrückblick gestalte, worauf ich achte und was mir dabei wichtig ist. Außerdem kannst Du Dir mein ganz persönliches Arbeitsblatt zum Jahresrückblick und zum Ausblick auf das kommende Jahr herunterladen und damit bewusst ins neue Jahr durchstarten.

Dein Jahresrückblick 2017 und Jahresausblick 2018

Silvester - Nichts als ein neuer Kalender?

Silvester markiert den Übergang in ein neues Jahr. Einen neuen Abschnitt. Auf den ersten Blick erscheint diese Festlegung erstmal beliebig. Klar, es fängt ein neues Steuerjahr an und wir hängen einen neuen Kalender auf, aber was ändert sich denn schon wirklich am 01.01.? Ist da etwas anders?

Sich im Winter neu sortieren

Möglicherweise. Tom Hodgkinson beschreibt in seinem Buch “Anleitung zum Müßiggang” wie der Rhythmus der Jahreszeiten früher mit dem Rhythmus unseres Lebens als Menschen verknüpft war und diesen prägte. So hat der Winter mit Weihnachten, und dem was wir die besinnliche Zeit nennen immer noch etwas von Rückzug, Kerzen, Bücher, Ausruhen und Kräfte Sammeln. Es ist die Zeit, in der der Bauer für sich Bilanz zieht, schaut welche Früchte und Gemüse das letzte Jahr eine reiche Ernte hatten und wie er welches seiner Feld im nächsten Jahr bestellen möchte.

Oft kommen Menschen zu mir, die mir sagen, die letzten 20 Jahre hätten sie eigentlich nur noch funktioniert. Irgendwie. Einfach weiter gemacht. Die Zeit wäre quasi an ihnen vorbeigezogen, ohne dass sie es gemerkt hätten.

Der Dalai Lama wurde einmal gefragt, was ihn am meisten überrascht. Seine Antwort war: „Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wiederzuerlangen. Und dann ist er so besorgt um die Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt. Das Resultat ist, dass er weder richtig in der Gegenwart noch in der Zukunft lebt. Er lebt, als würde er nie sterben. Und dann stirbt er ohne richtig gelebt zu haben.“

Das finde ich schade, denn ich glaube, dass wir unser Leben auch anders verbringen können. Bewusster und freundlicher mit uns, dem Moment, unserer Vergangenheit und unserer Zukunft.

So ist auch für mich die Zeit um Silvester und auch noch der ganze Januar wie für meine bäuerlichen Vorfahren die Zeit, still zu werden, zu mir zu kommen und noch einmal einen bewussten Blick auf das letzte Jahr zu werfen. Es ist die Zeit, um mich zu sortieren, neu auszurichten, einen Blick auf meinen Lebenskompass zu werfen und zu schauen, ob ich noch in die richtige Richtung gehe.

3 Dinge, die mir bei meinem Jahresrückblick wichtig sind

Bei meinem persönlichen Jahresrückblick und -ausblick ist es mir ganz besonders wichtig,

1. dass ich ehrlich mit mir bin. 

2. dass ich nachsichtig mit mir bin. 

und 3. dass ich das, was hinter mir liegt, den jetzigen Moment und die Zukunft gleichermaßen dabei beachte.

 

1. Ehrlich mit mir sein.

Wie meine ich das? Naja, wenn ich über das vergangene Jahr sinniere, dann ist es für mich essentiell, dass ich mich wirklich darauf einlasse. Das heißt, dass ich nicht nur rational eine Liste von Ereignissen anfertige, sondern wirklich in mich gehe und spüre, wie es mir damit geht. Mit dem, was ich erreicht habe, mit dem, was vielleicht nicht so gekommen ist, wie ich es erwartet habe und mit dem, was ich nächstes Jahr nicht nur kopfmäßig will, sondern was ich vielleicht für mich brauche und dem ich deshalb – wenn ich ganz ehrlich bin – einen hohen Platz auf meiner Prioritätenliste geben möchte.

2. Nachsichtig mit mir sein.

Nachsicht im Jahresrückblick bedeutet für mich, dass ich mich nicht verrückt mache ob noch nicht erreichter Ziele, sondern einfach wohlwollend prüfe, was deren Erreichung noch im Weg stand oder ob sie für mich überhaupt noch passen.

Das gilt auch für die Pleiten, Pech und Pannen des Jahres. Es geht nicht darum, mich immer schlechter zu fühlen, je mehr mir einfallen und in ihnen und den damit verbundenen Gefühlen nochmal gepflegt eine Runde zu schwimmen, sondern ganz ohne böses Blut (vor allem gegen mich) zu schauen, was passiert ist, wie es mir damit ging, was ich daraus lernen kann und wie ich es das nächste Mal an anders machen möchte.

3. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen beachten.

Es ist so leicht in einer der drei Zeitebenen stecken zu bleiben. Daher ist es für mich wichtig, immer wieder alle drei in mein Sichtfeld zu holen. Ich übe mich darin, mich flexibel in der Zeitachse bewegen und das was hinter mir liegt, den jetzigen Moment und die Zukunft gleichermaßen wertzuschätzen und immer wieder in diesen Moment zu kommen, selbst wenn es um einen Jahresrückblick und Jahresausblick geht. Schließlich sitze ich ja gerade hier in diesem Moment. 🙂

Also lade ich mich ein, zu fragen, was hat das damals mit mir gemacht, wie habe ich mich gefühlt, wie geht es mir jetzt damit (bin ich vielleicht schon darüber hinweg?) und was kann ich für die Zukunft daraus lernen?

Wenn ich mir gestatte, dass sich meine Sicht auf das erfahrene ändern darf, schenke ich mir Freiheit. Jetzt, wo ich darüber schreibe, erinnere mich an einen witzigen Moment dieses Jahr am Ende unserer Sardinien Urlaubs.

Wir hatten einen frühen Flug und mein Mann Paul hat gerade die  Koffer im Kofferraum verstaut, als ihm auffiel, dass er die Schlüssel im Kofferraum eingeschlossen hatte. Unsere Freundin Jasmin hatte an selbigen Tag einen wichtigen Termin in Heidelberg, der nicht zu verschieben war. Wir standen vor dem Auto. Als Paul bekannt gab, dass er das Auto jetzt aufbrechen müsse. Mit viel Schweiß und einem kaputten Kleiderständer aus dem Müll gelang der 40-minütige Akt gerade noch rechtzeitig, um am Flughafen angekommen den Autoschlüssel in den Briefkasten des Mietwagenverleihs zu schmeißen, durch die Security ans Gate zu rennen und von dort in den Flieger.

Nach einer Woche sagte mir Jasmin, dass sie nun schon wieder über die ganze Aktion lachen könne. Vor dem Auto stehend und hoffend, es möge irgendwie magisch wieder aufgehen, waren wir natürlich mehr als angespannt.

Soviel zu meiner Haltung beim Jahresrückblick und Jahresausblick. Falls Du Lust bekommen hast, einmal genauer hinzuschauen, dann schnapp Dir mein Arbeitsblatt und mache es zu Deinem Schatz.

Schließlich liegt an uns, inwiefern ich diesen Übergang ins neue Jahr nicht nur ein traditionelles Fest ist und ein neuer Kalender an der Wand, sondern eine Einladung, einen bewussten Blick auf unser Leben zu richten, damit wir eben nicht nach 20 Jahren aufwachen und das Gefühl habe, das ganze Leben sei an uns vorbeigezogen, sondern unser Leben voll und ganz ausschöpfen – bewusst in diesem Moment, mit einem gelegentlichen bewussten Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft.

Ich wünsche Dir einen guten Rutsch, Nachsicht mit Dir und viel Spaß dabei Deine Träume mit Leichtigkeit ins Jahr 2018 zu holen – So wie es sich für Dich gut anfühlt.

 

Aloha,

Ulrike Duke

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Auch ich habe gerade über das Jahr 2017 nach gedacht. Das ich 6 Monate krank war, ist dabei in den Hintergrund gelangt. Ich habe danach soviel Positives erlebt, das ich das erste halbe Jahr 2017 vergessen habe. Die Reha die ich im Juli-August in Mudau gemacht habe, hat mir das Positive mitgegeben, das ich jetzt verspüre. Ab Januar 2018 brauche ich keine 12 Tage am Stück mehr arbeiten und das habe ich meiner Hartnäckigkeit und der Zusammenarbeit mit unserem Betriebsarzt zu verdanken. Ich werde daran arbeiten das ich dieses positive Denken nicht verliere.
    In diesem Sinne wünsche ich einen „Guten Rutsch“ ins Jahr 2018. Ich werde Silvester mit meinem Mann alleine verbringen. Nach einer Zahn-OP habe ich keine Lust auf Halli-Galli und das ist auch gut so……….Ganz lieben Gruß Elke

    1. Liebe Elke, vielen Dank, dass Du Deine Eindrücke hier teilst! Es freut mich, dass das Jahr 2017 für Dich so viel aufgewühlt und dann aber auch neu geordnet hat! Ich drücke Dir die Daumen für das nächste Jahr!
      Herzlich,
      Ulrike Duke

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