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FOMO: Stress nach Corona - wenn wieder Leben im Leben ist

Gastbeitrag von Assistentin Janina

Post-Corona Burnout

Viele kennen es vielleicht: die pandemischen Maßnahmen sind so gut wie gefallen und der Kalender ist schon wieder rappelvoll. Montag Training, Dienstag Essen gehen mit Lisa, Mittwoch Fitnessstudio, Donnerstag Kino mit Tanja, Freitag Kirchweih, Samstag ins Freibad und abends noch in den Biergarten, Sonntag mit den Mädels Frühstücken, Oma besuchen und endlich auf das seit zwei Jahren verschobene Konzert gehen. Plötzlich stehen wir wieder zwischen Menschenmengen, in lauten Cafés, alles ist irgendwie viel und laut. Welche Auswirkungen hat also diese wiedergewonnene Freiheit auf uns? Wie gehen wir damit am besten um, um nicht sofort in Hyperaktivität und Stress zu verfallen?

Freizeit & Stress

Zwei Jahre Lockdown haben wir nun hinter uns. Studien zu coronabedingten Stress und den Risikofaktoren für die psychische Gesundheit gibt es – doch Studien zu Stress nach den Coronamaßnahmen gibt es wenig bis gar nicht. Der anfängliche Unmut über das „Eingesperrt sein“  und den Verzicht im Lockdown hat sich für viele gewandelt in ein verändertes Bewusstsein für Entschleunigung. Vielleicht geht es ja auch ohne den monatlichen Stammtisch, ohne die wöchentliche Leserunde oder ohne durchzechte Nächte im Club? Die „Zwangsentschleunigung“ der letzten zwei Jahre war im Nachhinein doch heilsam und wurde vielleicht sogar zu einer Gewohnheit. Nichts desto weniger haben wir Menschen einen Mangel erlebt: wir sind soziale Wesen und benötigen soziale Kontakte – die einen mehr, die anderen weniger. Daher ist es auch normal nach den Entbehrungen wieder verstärkt soziale Kontakte aufzusuchen und dieses Bedürfnis sogar besonders intensiv auszuleben. Genau hier müssen wir aufpassen, dass wir nicht in einen Freizeitstress verfallen. Empfinden wir den Freizeitstress nicht als positiv, sondern als Belastung oder Überforderung, spricht man von Disstress, der negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat. Es besteht dann ein Ungleichgewicht zwischen äußeren Anforderungen und persönlichen Ressourcen. Freizeit sollte jedoch ausgleichend und entspannend wirken. Durch Freizeitaktivitäten sollten wir Energie tanken können und nicht verlieren. Nehmen wir negative Anzeichen wie Erschöpfung wahr, sollten wir dringend einen Gang zurück schalten und innehalten. Hierfür eignen sich besonders Antistress- und Achtsamkeitsübungen. Hierfür kannst DU gerne in der Ressourcenbibliothek vorbei schauen, in welcher du viele Übungen findest.

FOMO

Die Angst etwas zu verpassen, hatten wir in den letzten beiden Jahren auch kaum, schließlich waren wir nicht die Einzigen, die die meiste Zeit daheim waren und sich mehr um das Innere als das Äußere gekümmert haben. Keiner musste sich schlecht fühlen, da alle nichts unternehmen konnten und somit auch nichts erlebt haben. Das sieht nun aber schon wieder ganz anders aus: the fear of missing out (FOMO) kocht so langsam wieder hoch. Wir haben Angst unproduktiv zu sein, während andere gerade unterwegs sind und die Lockerungen nutzen. Wir leiden oftmals unter dem sozialen Druck, unsere Freizeit sinnvoll zu gestalten bzw. auszufüllen. Nichts zu tun, ist beinahe verpönt und man fühlt sich schnell ausgegrenzt, wenn man gar nichts zu erzählen hat – im Gegensatz zu den anderen. Die Angst etwas zu verpassen hängt eng zusammen mit den sozialen Medien und den darin gezeigten unzähligen Freizeitaktivitäten anderer, teils fremder Menschen. Unsere Angst wird dadurch nur verstärkt und die eigene Situation erscheint uns schlechter als diese tatsächlich ist.

Was kannst Du tun?

Zunächst solltest Du aufhören, dich mit anderen zu vergleichen. Gerade in sozialen Medien wird nicht die Realität gezeigt, sondern ein verschönertes Bild. Es handelt sich meist um optimierte Selbstdarstellungen.

Übe Dich in Dankbarkeit und führe Dir all die schönen Dinge vor Augen, die Du in deinem Leben hast. Mache eine Liste mit positiven Punkten, die Du in der Pandemie-Zeit für Dich entdeckt hast und behalte diese bei! Lerne zum Beispiel auch einfach einmal Nein zu sagen und Dir bewusst Zeit für Dich zu nehmen, um zur Ruhe zu kommen und auch einmal Nichts zu tun.

Setze Dir Ziele, um nicht auf das, was andere tun, zu reagieren, sondern, um dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Stelle Dir hier auch immer selbst die Frage, ob Du etwas gerade für Dich machst oder aus dem Grund heraus, Deine Angst etwas zu verpassen, zu beruhigen.

Achtsamkeit als Alternative!

Der Vergleich mit anderen und der stetige Wunsch wo anders zu sein oder etwas anderes zu tun, reißt Dich aus der Gegenwart, wobei Du den jetzigen Augenblick verpasst. Dies ist die Möglichkeit das soziale Phänomen zu durchbrechen: Besinne Dich auf den Moment und übe Dich in Achtsamkeit für die eigene Situation. Was machst Du gerade? Wie fühlst Du dich dabei? Wie kann der Moment noch schöner werden? Fokussiere Dich auf die Gegenwart und Dein Verhalten. Tue was Du tust, und nicht, was Du tun könntest oder müsstest. Dazu gehört auch, das Handy und damit auch die sozialen Netzwerke beiseite zu legen.

Zur Prävention von Freizeitstress kannst Du auch eine Psychologin konsultieren. Hast Du Interesse? Dann buch Dir direkt einen Termin für eine Einzelsitzung und schau in unserer Ressourcenbibliothek vorbei! 

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Ich bin Ulrikes Assistentin, Janina