5 Tipps, wie du die Vergangenheit loslassen kannst

5 Tipps, wie du die Vergangenheit loslassen kannst

Gastbeitrag von Assistentin Bettina

Die Vergangenheit liegt hinter uns und wir können sie nicht mehr ändern. Das wissen wir vermutlich alle. Und dennoch halten wir so oft an ihr fest. 

Sei es der Ex-Partner, der sich von uns getrennt hat, Kränkungen in der Kindheit oder unsere eigenen Missgeschicke und Fehler: Meist sind es die schmerzlichen Erfahrungen, die wir immer wieder in unser Gedächtnis zurückholen und sie so in Dauerschleife durchleben. 

Die Situation, in der wir Leid erleben mussten, hielt vielleicht sogar nur wenige Minuten an, doch durch unsere Weigerung die Vergangenheit loszulassen, tragen wir den Schmerz in den gegenwärtigen Moment hinein.  

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Das Leben spielt im Hier und Jetzt

Wollen wir die Vergangenheit nicht ruhen lassen, dann hindern wir uns an unserem eigenen Glück und verpassen die Schönheit und Fülle des jetzigen Moments. Wir sind beschäftigt damit alte schmerzliche Erinnerungen immer wieder durchzukauen und erkennen dadurch nicht, dass sich das Leben im Hier und Jetzt abspielt. Dass wir Hier und Jetzt die Macht haben, die neuen und schöneren Erinnerungen von morgen zu kreieren. 

Solange wir uns in der Vergangenheit suhlen, können wir uns nicht für Neues öffnen, haben wir keinen Raum, um neue Erfahrungen und Menschen in unser Leben zu lassen. Das Festhalten an unsere Vergangenheit hindert uns womöglich sogar daran, wir selbst zu sein und unser volles Potential zu schöpfen. 

Kurz: Es raubt uns unsere Freiheit.

Also entscheide dich noch heute die Vergangenheit loszulassen und die schmerzlichen Erfahrungen hinter dir zu lassen. In diesem Artikel möchte ich dir 5 Tipps zeigen, die dir helfen können, den alten Ballast loszuwerden, um so Platz für neue und schönere Erfahrungen zu schaffen.

1. Verzeihe dir selbst und anderen

Menschen machen Fehler und verletzen uns manchmal. Genauso wie wir manchmal auch andere verletzen. Doch Groll, Missgunst oder gar Hass sich selbst und anderen gegenüber erzeugen nur noch mehr Leid.  Vergebung ist die Quelle des Loslassens. Wenn du dir selbst oder jemand anderem vergibst, kannst du das Vergangene hinter dir lassen und wirst frei. Anderen zu vergeben liegt also ganz in deinem eigenen Interesse. Du tust damit nicht der anderen Person einen Gefallen, sondern dir selbst. Vergebung bedeutet dabei auch nicht, dass du die schlechten Taten anderer Menschen gut heißt oder ihnen erlaubst in dein Leben zurückzukommen. Es bedeutet lediglich, dass du ihnen aufrichtig all das wünscht, was du dir auch für dich selbst wünschst. 

Zugegeben, das ist manchmal gar nicht so leicht. Mach dir deshalb bewusst, dass die meisten Menschen keine bösen Absichten haben, wenn sie dich verletzen. Viele Menschen verletzen andere auch deshalb, weil sie mit sich selbst nicht im Reinen sind oder ihre eigenen Schwächen und inneren Konflikte zu kompensieren versuchen

Ob du es geschafft hast jemandem aufrichtig zu verzeihen, kannst du ganz einfach testen: Wenn du mitbekommst, wie dieser Person etwas gutes widerfährt und du dabei keinen Stich in deinem Herzen verspürst, dann weißt du, dass deine Vergebung echt ist.

Aber vergebe nicht nur Anderen sondern auch dir selbst. Verzeihst du dir deine eigenen Missgeschicke und Fehler, kannst du so die damit verbundenen Schuld- und Schamgefühle hinter dir lassen.

5 Tipps, wie du die Vergangenheit loslassen kannst

2. Setze dir Ziele und arbeite daran

Menschen, die stark an ihrer Vergangenheit festhalten, wissen meist selbst nicht was sie wollen. Durch ihre fehlenden Ziele entsteht eine Leere, die sie mit vergangenen Erinnerungen füllen. Denn gibt es nichts, womit dein Gehirn beschäftigt wird, fällt es automatisch in alte Muster zurück. 

Wenn du dir Ziele setzt und täglich daran arbeitest, wendest du deine Aufmerksamkeit der Gegenwart zu. Dein Gehirn erhält neuen Input und die Vergangenheit gerät automatisch in den Hintergrund. Die neuen Erfahrungen, die wir dadurch machen, helfen uns mit den alten abzuschließen.

3. Ziehe einen symbolischen Schlussstrich

Symbolische Handlungen können uns helfen die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Schreibe all das was du loslassen möchtest – vergangene Verletzungen, Ex-Beziehungen oder unangenehme Situationen – auf ein Blatt Papier und verbrenne es anschließend. Du kannst dir dabei all deine negativen Gedanken, all den Schmerz und die Wut von der Seele schreiben. Mit dem Verbrennen setzt du einen Schlussstrich und symbolisierst, dass diese Gedanken nun keinen Raum mehr in deinem Leben haben.

Hilfreich kann es auch sein sich von alten Gegenständen, die mit negativen Erinnerungen verbunden sind, zu trennen. Seien es alte Fotos mit dem Ex-Partner oder vielleicht sogar Kleidungsstücke, die deine Persönlichkeit heute nicht mehr widerspiegeln: Durchs Ausmisten können wir uns von altem Ballast befreien, die Vergangenheit loslassen und so Platz für Neues schaffen.

4. Wäge die Vor- und Nachteile ab

Manchmal ist es durchaus sinnvoll vergangene Beziehungen oder Situationen ganz rational zu betrachten. Erstelle hierfür eine Liste und überlege dir, welchen Nutzen du davon trägst, wenn du an der Vergangenheit festhältst. Mit welchen Folgen ist dein Festhalten an vergangenen Ereignissen verbunden?

Nimm dir hierfür etwas Zeit und überlege dann auch, welche Vorteile und Risiken das Loslassen der Vergangenheit mit sich bringen würden. Danach siehst du die Dinge klarer und kannst dich bewusst für deinen Neuanfang entscheiden. 

5. Lerne aus deiner Vergangenheit

Viele Menschen glauben, dass sie Opfer ihrer Vergangenheit sind. Sie glauben ihre aktuelle Lebenslage wird vollständig von ihrer Vergangenheit bestimmt und sie können nichts daran ändern.  Doch tatsächlich sind wir in der Lage – und es ist sogar unsere Pflicht – die Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen. Wir haben die Macht die Opferrolle zu verlassen und unsere eigenen Gedanken und Glaubenssätze zu steuern.  

Bewerte deine Vergangenheit neu. Sieh sie nicht länger als einen großen Fehler, den du am liebsten ungeschehen machen möchtest, sondern als Chance es in Zukunft besser zu machen. Unsere Vergangenheit ist unser größter Lehrer. Wir können aus ihr lernen, indem wir Fehler nicht nochmal wiederholen oder in künftigen Situation anders reagieren. Wir lernen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Gerade die schlechten Erfahrungen, die wir machen, helfen uns in unserer Persönlichkeit zu wachsen. Nicht umsonst heißt es, dass die stärksten Menschen auch meist die schwierigste Vergangenheit hatten. Also sei dankbar für deine Vergangenheit, denn sie hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist. Und ich bin mir sicher, du bist großartig. 

Leben heißt Veränderung

Im Leben gibt es keinen Stillstand. Leben bedeutet Veränderung. Alles verändert sich ständig und unausweichlich, denn nichts ist so beständig wie die Veränderung.  Umso mehr du dich dagegen wehrst, desto mehr Leid trägst du in dir. Wenn du damit aufhörst Widerstand zu leisten und lernst dich von den Veränderungen tragen zu lassen, wirst du ein neues Gefühl von Freiheit erleben. 

Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern aufbrechen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen. – Meister Eckhart

Anmerkung: Manchmal passieren Dinge, mit denen wir alleine nicht fertig werden. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern vollkommen menschlich. Wenn dich ein traumatisches Erlebnis in deinem Alltag stark einschränkt und dein Leidensdruck hoch ist, dann warte nicht länger und hole dir professionelle Hilfe. Durch den heutigen Stand der Wissenschaft lassen sich Traumata gut behandeln. 

Dr. Francine Shapiro entwickelte beispielsweise das Eye Movement Desensitization and Reprocessing, kurz EMDR. Dabei folgen die Patienten mit ihren Augen den Fingerbewegungen des Therapeuten, was den Verarbeitungsprozess des Traumas in Gang setzt und die Selbstheilungskräfte aktiviert. Die Wirksamkeit dieser Methode wurde bereits durch zahlreiche Studien belegt. Oft empfinden die Patienten schon nach wenigen Sitzungen eine deutliche Entlastung. Also zögere nicht und lass dir helfen.  

Bettina

Ich bin Ulrikes Assistentin, Bettina.

Zurzeit studiere ich Soziologie und Psychologie im 4. Jahr.

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