Diplom-Psychologe Psychologin Ulrike Duke - Klopftechniken EFT PEP Stress negative Gefühle Angst bewältigen Selbsheilung Parasympatikus Sympatikus Vagusnerv aktivieren Tapping Stressmanagement
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EFT, PEP & Co.: Klopftechniken helfen bei Stress

Gastbeitrag von Assistentin Jona

Klopftechnik – was ist das?

In den Achtzigerjahren entdeckte der Psychotherapeut Roger Callahan, dass das Beklopfen an einer Stelle zwischen den Augen seiner Patientin dazu führte, dass ihre Wasserphobie völlig verschwand. Aus diesem Wissen entwickelte er das Verfahren TFT (Thought Field Therapy), welches aus unterschiedlichen Klopfsequenzen zur Verringerung von Phobien und Ängsten besteht.

Wie funktionieren diese Klopftechniken?

Der Vagusnerv wird auch Selbstheilungsnerv genannt und ist Teil des Parasympathikus. Der Parasympathikus ist neben dem Sympathikus der größte Nervenstrang in unserem Körper. Entgegen dem Sympathikus, welcher als Aktivator des Körpers fungiert, soll der Parasympathikus den Organismus beruhigen und dafür sorgen, runterzukommen. Sprich, in stressigen Situationen oder beim Erleben von negativen Gefühlen sollte der Vagusnerv aktiviert werden.
Das Prinzip der Klopftechniken besteht darin, sich zuerst in das negative Gefühl einzufühlen und es sich konkret vor Augen zu führen. Man soll sich dem Gefühl ganz bewusst werden und sich wieder in die Situation hineinversetzen, die einem Kopfschmerzen bereitet. Wenn man sich schon in dieser stressigen Situation befindet und es gerade möglich ist, kann man aber auch direkt an Ort und Stelle mit dem „Tapping“ (zu deutsch: Klopfen) beginnen. 
Dann werden die beruhigenden Stellen so lange beklopft, bis das negative Gefühl geringer wird oder sogar gänzlich verschwindet. 
Im Folgenden stelle ich Dir zwei sehr bekannte Klopftechniken vor: EFT und PEP.

EFT – Emotional Freedom Technique

Die bekannteste Klopftechnik

EFT basiert tatsächlich eher auf der Vorstellung, dass der Körper verschiedene Energiezentren besitzt, sogenannte Meridiane. Diese Meridiane werden beklopft, um die negative Energie, die dort gespeichert ist, loszulassen und die Energie im Körper wieder richtig fließen zu lassen.
Bei der Praxis von EFT wird die Intensität des negativen Gefühls auf einer Skala von 1 bis 10 gemessen. Zu diesem Gefühl wird dann ein Satz formuliert, der das Gefühl völlig ausdrückt. Wenn man zum Beispiel fürchterliche Angst vor einer mündlichen Prüfung hat, würde man sich selbst sagen: 
„Auch wenn ich totale Angst habe in meiner mündlichen Prüfung zu versagen, meinen ganzen Text zu vergessen und durchzufallen…“
Dann beginnt man an einer Stelle zu klopfen, die mit dem Vagusnerv verbunden ist. Während man klopft, beendet man den Satz mit einem positiven Ausblick, wie:
„…liebe ich mich dennoch voll und ganz. …bin ich trotzdem total stolz auf mich und schaffe das. …bin ich selbstsicher und kann mit reinem Gewissen und voller Selbstakzeptanz in diese Prüfung gehen.“
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So werden dann alle Punkte abgeklopft, die mit dem Vagusnerv verbunden sind. Man wiederholt den Satz, den man sich selbst zusammengestellt hat, immer wieder. Nach jeder Runde schätzt man die Intensität des negativen Gefühls auf der Skala neu ein. Durch das Klopfen auf den beruhigenden Stellen sollte die Zahl von Runde zu Runde kleiner werden. Ist man bei einer “0” angelangt, wird das „Tapping“ mit einer Positivrunde beendet. Das heißt, man klopft wie gewohnt, spricht sich selbst aber einen von Grund auf positiven Satz zu, zum Beispiel:
„Ich liebe mich. Ich akzeptiere mich. Ich fühle mich ruhig, sicher und geborgen.“

PEP – Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie

Auch bei PEP wird zu Beginn das Problem wieder aktiviert: man ruft sich das negative Gefühl also in sein Gedächtnis und fühlt es mit seinem ganzen Körper. Man schätzt die Intensität des negativen Gefühls wieder selbst ein. Anders als bei EFT, bei der man sich einen passenden Satz ausdenkt, beginnt man direkt mit dem Klopfen. Nach einer Runde kann man schon bemerken, dass das negative Gefühl weniger geworden ist. Man kann so lange weiterklopfen, wie man möchte.
 
Die Entwickler des PEP nennen andere Hypothesen, warum PEP so gut wirkt. Zum einen wird die eigene Haut berührt, wodurch automatisch stressreduzierende Hormone freigesetzt werden. Bei der Selbstberührung wird sogar der „Glückstransmitter“ Dopamin ausgeschüttet. Außerdem haben Studien gezeigt, dass der kortikale Blutfluss durch die Berührungen zunimmt, wodurch womöglich wieder klarer gedacht werden kann. 
 
Auch wird davon ausgegangen, dass durch das Klopfen die Angst-Verknüpfung im limbischen System, wo die Angst sitzt, gestört wird.

Klopftechniken sind etwas für Jedermann!

Klopftechniken wie EFT und PEP können sowohl in einer aktuell stressigen Situation angewendet werden, als auch auch zur Nachbereitung von früheren negativen Erlebnissen genutzt werden. Das Gehirn speichert negative Erinnerungen nämlich gerne. Wenn man sie nicht völlig verarbeiten konnte, ruft es diese dann in verschiedenen Situationen einfach hervor und man erlebt diese negativen Gefühle erneut. 
In solchen Momenten kann man die Klopftechnik sehr gut nutzen.
 
Um solche Situationen vorzubeugen, kann man aber auch präventiv an den Dingen arbeiten, die einen beschäftigen. Man kann sich zum Beispiel eine Liste mit all seinen kleinen und großen Problemen anfertigen und diese dann der Reihe nach mit „Tapping“ bearbeiten.
Probiere es doch mal für Dich selbst aus, wenn Du ein ungutes Gefühl verspürst oder wenn Du Dich in einer stressigen Situation wiederfindest! Einfach mal drauflos Klopfen!
Für weitere Tipps und Übungen, die Dir helfen können Stress und negative Gedanken zu reduzieren, schau auch in der Ressourcenbibliothek vorbei!
 
Du würdest gerne lernen, wie Du Dich frei klopfen kannst, aber weißt nicht, wie Du anfangen sollst? Dann buche einfach ein Einzelgespräch!
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Bild-Jona

Ich bin Ulrikes Assistentin, Jona Mahlberg.