Diplom Psychologin Ulrike Duke heute schon gelächelt die Facial Feedback Hypothese lächeln glücklich sein achtsam bewusst leichter leben
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Lachen ist gesund - Die Facial-Feedback-Hypothese und ihre Implikationen für unseren Alltag

Gastbeitrag von Assistentin Laura

Die Geschichte der Facial-Feedback-Hypothese

Die Facial-Feedback-Hypothese geht bereits auf Charles Darwin zurück und besagt, dass ein veränderter Gesichtsausdruck mit veränderten subjektiv wahrgenommen Emotionen einhergeht.
Unsere Gesichtsmuskulatur und somit der Gesichtsausdruck steuert also mit, wie wir uns fühlen und welche Emotionen wir in dem Moment wahrnehmen. Folglich können wir das Ganze durch Veränderung unseres Gesichtsausdrucks auch mitgestalten.
Schauen wir grimmig, so postuliert die Hypothese, dass wir eher negativere Emotionen verspüren, als wenn wir lächeln.

Das passiert, wenn wir lachen

Jeder kennt das, wenn man mal so richtig herzlich gelacht hat, fühlt man sich einfach gut.
Ursächlich dafür sind Hormone, die beim Lachen ausgeschüttet werden. Serotonin und Endorphine sind dabei die bekanntesten Botenstoffe und werden im Volksmund deshalb auch häufig als Glückshormone bezeichnet.
Du kannst dich sozusagen glücklich lachen – genial.
Diese Hormone werden ebenfalls beim Sport ausgeschüttet, da ist es nicht verwunderlich, dass auch das Lachen für den Körper anstrengend ist. Vielleicht kennst Du das, dass nach einem lustigen Abend mit Freunden der Bauch schmerzt vor Lachen und Du ein Gefühl von Muskelkater verspürst. Ein kostenloses Bauch-Workout bekommst Du beim Lachen quasi auch noch mit dazu.

Gelotologie - Die Wissenschaft des Lachens

Das Phänomen Lachen hat es sogar geschafft, eine eigene Wissenschaft zu werden. Lachen ist also eine Wissenschaft für sich, könnten wir sagen.😉
Das Forschungsfeld beschäftigt sich vorrangig mit den körperlichen und psychischen Auswirkungen des Lachens und Humor. Die Gelotologie wurde in den 1960er-Jahren von Prof. William Fry in Kalifornien gegründet. Es ist bist heute noch kein riesiges Forschungsgebiet, gewinnt aber zunehmend an Interesse und Bedeutung. Einer der Befunde Frys in der Forschung des Lachens ist beispielsweise, dass 20 Sekunden lang lachen auf den Körper genauso wirken wie 3 Minuten Jogging.
Die dabei ausgeschütteten Endorphine rufen jedoch nicht nur Glücksgefühle hervor, sondern mildern ebenso Schmerzen.
Zusätzlich nehmen wir beim Lachen durch die vertiefte Atmung noch mehr Sauerstoff auf als im Normalzustand. Diese gesteigerte Sauerstoffzufuhr wirkt positiv auf Dein Herz-Kreislauf-System und regt Deinen Stoffwechsel an.
Lachen kann somit in gewissem Maße ebenso zur Selbstmedikation genutzt werden, auch weil es verschiedene Heilungsprozesse des Körpers unterstützt.

Das Experiment zur Facial-Feedback-Hypothese

Um die genannte Hypothese zu überprüfen, wurden bis heute mehrere Experimente dazu durchgeführt.
Das wohl bekannteste hierzu stammt von Strack und seinen Kollegen aus dem Jahr 1988.
Nach der Theorie, die dahinter steht, empfangen unsere Gesichtsmuskeln, die unsere Mimik steuern, nicht nur Signale vom Gehirn, sondern senden auch Signale an unser Gehirn zurück. So drückt unser Gesicht zwar aus, ob wir uns freuen oder erschreckt haben, aber über den Gesichtsausdruck beeinflussen wir ebenso unsere Gefühle. Folglich sollten wir durch diese Rückkopplung, wenn wir lächeln, etwas freundlicher oder lustiger gestimmt sein.
Zur Überprüfung dessen wurden die Teilnehmenden in dem Experiment gebeten, Cartoons nach ihrer Lustigkeit zu bewerten. Dabei mussten sie einen Bleistift, den sie für die Bearbeitung des Fragebogens nutzten, entweder in der Hand halten (Kontrollbedingung), zwischen gespitzte Lippen oder zwischen die Zähne nehmen. Beim Halten mit den Zähnen werden die gleichen Gesichtsmuskeln aktiviert und angespannt, die auch beim Lächeln aktiv sind. Das Halten mit den Lippen macht das Anspannen dieser Muskeln unmöglich, da sonst der Stift herausfallen würde.
Als Ergebnis zeigte sich, dass Personen aus der Lächelstellung-Bedingung den Cartoon signifikant lustiger bewerteten als die anderen Gruppen.
Die Hypothese wurde somit bestätigt.
 
Nicht alle Studien kommen hier zu dem gleichen Ergebnis, jedoch kristallisiert sich heraus, dass es einen größeren Effekt zu geben scheint, wenn es sich um ein “echtes” Lächeln handelt. Ein aufgesetztes Lächeln allein ist wohl in den meisten Fällen nicht ausreichend für einen positiven Einfluss auf die eigene Stimmung.

Lachen im Alltag

Meistens lachen wir dann, wenn wir einen Grund dazu haben, also beispielsweise weil wir einen Witz hören, etwas urkomisch finden oder wir sehr glücklich über etwas sind. In Krisen, gesundheitlichen oder persönlichen, mangelt es uns meistens am Lachen. Dabei kann gerade hier ein breites Grinsen viel bewegen und bei der Bewältigung der Situation nahezu Wunder wirken.
Lächeln ist etwas, das wir fast immer, zu jeder Zeit und überall, tun können. Es bietet sich aber gut an, Lachen zu einem Ritual zu machen und somit in Deinen Tagesablauf fest zu integrieren, damit es im Alltag nicht in Vergessenheit gerät.
Zum Beispiel kannst Du morgens nach dem Zähneputzen etablieren, Dich einmal herzlich für einige Sekunden im Spiegel anzulächeln. Zur Erinnerung ist es anfangs vielleicht ratsam, eine Heftnotiz, beispielsweise mit einem Smiley darauf, an den Badezimmerspiegel zu hängen.

Ich freue mich, wenn du Du versuchst, diesen genialen Trick umzusetzen und zu einem festen Bestandteil Deiner Tagesroutine machst. Es kann Dich bei einem glücklichen Leben unterstützten, schaden wird es bestimmt nicht. 

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Ich bin Ulrikes Assistentin, Laura