Was ist Selbstwirksamkeit – Wie wir lernen, uns mehr zuzutrauen!

Was ist Selbstwirksamkeit – Wie wir lernen, uns mehr zuzutrauen!

Gastbeitrag von Assistentin Sina

Was ist Selbstwirksamkeit? 

„Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut“ – von Humboldt
Der Begriff wurde erstmals in den 1970ern von dem kanadischen Psychologen Albert Bandura geprägt und ist mittlerweile ein wichtiges Konstrukt in der Psychologie. Doch was heißt Selbstwirksamkeit eigentlich genau und welche Bedeutung kann sie für uns persönlich haben?
 
Bandura beschreibt Selbstwirksamkeit („Self Efficacy“ im Original) als die Überzeugung einer Person, Herausforderungen erfolgreich mithilfe eigener Kompetenzen bewältigen zu können. Sie findet sich in vielen verschiedenen Situationen unseres Lebens wieder, z. B. wenn wir konkrete Verhaltensweisen ändern wollen (wie mit dem Rauchen aufzuhören), eine neue Fähigkeit erlernen möchten oder auch in der Bewältigung einfacher Alltagsaufgaben.
 
Es ist jedoch nicht so, dass man entweder Selbstwirksamkeitsüberzeugung hat oder nicht. Wir Menschen unterscheiden uns sehr stark in dem Ausmaß, in dem wir uns als selbstwirksam erleben. Manche von uns vertrauen stärker in ihre Fähigkeiten als andere und trauen sich dadurch mehr. Aber es gehört noch viel anderes dazu und wir können uns stetig verändern und verbessern.

Warum ist Selbstwirksamkeit also relevant für uns?

Das Selbstwirksamkeitserleben einer Person kann direkten Einfluss auf drei Punkte haben:
  1. Es bestimmt, ob eine Handlung überhaupt erst begonnen wird. Unabhängig davon, ob wir die nötigen Kompetenzen für eine Handlung tatsächlich haben oder nicht: Sind wir überzeugt davon, dass wir die Aufgabe bewältigen können, versuchen wir es.
  2. Es bestimmt, wie sehr wir uns anstrengen. Wenn zu Beginn der Handlung die Erfolgserwartung hoch ist, dann halten wir länger durch und geben nicht so schnell auf.
  3. Es bestimmt, wie lange wir uns trotz Hindernissen und Rückschlägen anstrengen. Auch bei Misserfolgen oder ungünstigen Bedingungen von außen haben wir trotzdem noch das Gefühl, die Situation unter Kontrolle zu haben. 

Das klingt gut, das will ich auch! Nur wie?

Bandura definiert vier zentrale Quellen für das Erlangen und die Verstärkung von Selbstwirksamkeit:

1. Eigene Handlungserfolge (Performance Accomplishments)

„Ich hab es das letzte Mal auch geschafft, deshalb werde ich es auch jetzt wieder gut machen!“
Diese beziehen sich auf unser eigenes Verhalten und die persönliche Bewältigung von Herausforderungen. Scheitern wir, vermindert das unsere Erwartung auf zukünftigen Erfolg. Wenn wir jedoch Erfolg dabei haben, eine Handlung auszuführen, verstärkt das unsere Erwartung darauf, es in der gleichen oder einer ähnlichen Situation nochmal zu schaffen. Und je mehr Erfolge wir verzeichnen können, desto weniger wird die Selbstwirksamkeit in späteren Situationen durch Scheitern negativ beeinflusst. Scheitern ist aber nicht per se immer schlecht! Es kann sogar vorkommen, dass Rückschläge oder kleine Misserfolge dazu führen, dass wir uns noch beharrlicher bei der Aufgabe zeigen. Ausserdem können uns solche kleinen Misserfolge uns dabei helfen, Situationen und unsere Kompetenzen realistisch einzuschätzen.

2. Stellvertretende Handlungserfahrungen (Vicarious Experience)

„Was die kann, das kann ich auch!“
Damit ist das Observieren  anderer Menschen bei Handlungen gemeint. Schauen wir anderen Personen dabei zu, wie sie eine Aufgabe erfolgreich ausführen und ist diese Person uns sogar noch in gewisser Weise ähnlich, dann kann sich das positiv auf unsere eigene Selbstwirksamkeit auswirken.

3. Soziale und verbale Beeinflussung (Verbal Persuasion)

Andere Menschen glauben an mich!“
Diese Quelle beinhaltet beispielsweise Zuspruch von Anderen, um die Erwartungen an ein Ergebnis zu beeinflussen. Sie ist nicht ganz so ausschlaggebend wie die ersten beiden Quellen, dient aber vor allem als sinnvolle Ergänzung. Es wurde gezeigt, dass Personen, die bei der Handlungsausführung ermutigende Worte zugesprochen bekamen, eher erfolgreich waren. So eine Situation begegnet uns im Extrem zum Beispiel oft im Sport, wenn wir sehen, wie Athletinnen und Athleten von ihren Trainierenden durch Schreie angespornt werden.

4. Soziale und verbale Beeinflussung (Verbal Persuasion)

Ich spüre zwar, wie mein Herz schneller schlägt aber es ist ja normal, aufgeregt zu sein!“
Gefühle wie Angst (erlebt durch Schweisshände oder Herzrasen) können uns wichtige Auskunft über unsere Fähigkeiten und Kompetenzen geben und sollten in keinem Fall ignoriert werden.
Doch oft können wir durch Angsterleben nicht unsere volle Fähigkeit ausschöpfen. Positive Handlungserfahrungen können dabei helfen, die Angst in anspornende Aufregung umzuwandeln. 

Auch die kognitive Bewertung der Situation spielt eine Rolle.
Was ist damit gemeint?

Wenn wir Erfolge uns selbst und unserem eigenen Kompetenzen zuschreiben, dann begünstigt das die Selbstwirksamkeit eher, als wenn wir sie auf die Existenz glücklicher Umstände oder die Hilfe von anderen zurückführen. Natürlich haben die Möglichkeiten in unserer Umgebung in den meisten Fällen Einfluss auf das, was wir erreichen können. Trotzdem sollten wir uns selbst unsere eigenen Erfolge nicht klein reden.
 

Das können wir im Alltag trainieren!


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Ich bin Ulrikes Assistentin, Sina

 

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